Über die Restaurierung

Aktueller Stand:

Die erste Restaurierungsphase ist abgeschlossen. In der Zeit vom 21.-26. Mai wurde der Mittelteil des Altars durch die Restauratorin in Stand gesetzt. Hier einige Bilder.
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Restauratorische Zielstellung

Um den bereits vorhandenen Lockerungen und Abplatzungen innerhalb der Farbfassung an den Skulpturen, Reliefs und Rückwänden Einhalt zu gebieten, liegt das Hauptaugenmerk auf der Konservierung. Die damit im Zusammenhang stehende Oberflächenreinigung wird den derzeit aufliegenden Grauschleier reduzieren und damit Farbigkeit und Goldton (Rückwände) wieder ausreichend zum Tragen bringen.

Die neugotische Umbauung aus dem Jahre 1894 ist beizubehalten. Notwendig sind aber auch hier einfache Pflegemaßnahmen (Konservierung und Oberflächenreinigung, Verleimung der unteren Ausfachungstafel, rechts). Holzwurm- und Schimmelbefall sind nicht zu beobachten.

Als Leitgedanke für alle Arbeitsschritte gilt: so wenig wie möglich; aber soviel wie nötig. Erforderlich aus ikonographischer Sicht ist es aber, die Kreuzfahne des auferstandenen Christus neu zu schnitzen und einzusetzen

Maßnahmeplan

Oberflächenreinigung:

Auf Skulpturen, Baldachinen, Schleierbrettern, Rückwänden und der neugotischen Rahmung insgesamt ist eine Oberflächenreinigung, zunächst trocken, mit Pinsel und Staubsauger, danach ggfs. mit Microfasertüchern, Wall-master-Schwämmen oder ähnlichem vorzunehmen.

Festsitzende Verschmutzungen: Fliegenkot und ähnliches, sind feucht zu entfernen, möglichst ohne Verwendung von Lösungsmitteln, um Überfassung und Goldhintergründe nicht anzugreifen.

Reinigung, trocken: Pinsel, Staubsauger; Microfasertuch oder Wall-master-Schwamm
Reinigung, feucht: Marlipal oder ähnliches nichtionisierendes Tensid

Konservierung:

Die Fassungen von Skulpturen, Rückwänden und der Rahmung sind auf Lockerungen zu untersuchen zu konser­vieren. Es zeigen sich kleinere Abhebungen auf den Skulpturen und Bereiche innerhalb der Kästen, die zu konservieren sind.

Konservierungsmittel: Hausenblase oder Störleim

Eintönen von Fehlstellen:

Die sich weiß markierende Fehlstellen (Abrieb der Fassung) sind neutral einzutönen.

Retuschiermaterial: Aquarell oder Gouache

Es wird gebeten, keine neuen Überzuge aufzulegen.

Verleimung der geborstenen Ausfachung (Predella, rechts):

Die zerbrochene Ausfachungsstafel ist neu zu verleimen.

Kleber: Tischlerleim oder Fischleim (auch in Modifikation)

weiterführende Maßnahmen:

Es bleibt zu überlegen, ob kleinere Ausplatzungen zu schließen und zu retuschieren sind. Die jetzige Fassung (19.Jh.) ist beizubehalten.

Neugrundierung/-kittung: Kreide-Leim-Grundierung/-Kitt Retuschiermaterial: Aquarell oder Gouache

Es wird gebeten, keine neuen Überzuge aufzulegen.

Weiterhin bleibt zu überlegen, wie weit verlorengegangenes Schnitzwerk (z.B. innerhalb der Baldachine und Schleierbretter, Finger) und Attribute neu zu schnitzen und wieder anzusetzen sind.

Martina Runge, Restauratorin